Titelbild zum Blogartikel über hochsensible Kinder

Hochsensible Kinder werden oft missverstanden.

Sei es, dass sie als Heulsuse oder Mimose bezeichnet werden.

Oder ihre Bezugspersonen verstehen nicht, wieso sich das Kind über ein beliebiges Thema endlos viele Gedanken macht.

Dabei ist Hochsensibilität ein Wesenszug, der eine Supermacht ist!

Weißt du, wie du deinem hochsensiblen Kind (und dir) den Alltag erleichtern kannst?

Hier erfährst du es.

Warum werden Kinder hochsensibel?

Wird ein Kind „einfach so“ hochsensibel?

Nein.

Die US-amerikanische Psychologin Elaine Nancy Aron forscht seit 1990 an diesem Thema und fand heraus, dieser Wesenszug ist angeboren.

Und dieser existiert in allen Regionen unserer Welt, es ist also nichts Kultur-spezifisches.

Durchschnittlich 15-20% aller Menschen gehören zur Gruppe der Highly Sensitive Person (HSP), auf Deutsch „Hochsensible Person“.

Manchmal werden hochsensible Kinder fälschlicherweise als „hypersensible Kinder“ bezeichnet.

Diese sind hinsichtlich ihres Umfelds viel feinfühliger, nehmen Eindrücke viel intensiver wahr und verarbeiten diese obendrein genauer.

Viele Fachleute glauben, dass die Dunkelziffer noch höher ist, da das menschliche Gehirn generell nicht für die rasante Verarbeitung von Eindrücken gemacht ist, die aufgrund unserer schnelllebigen Gesellschaft nötig ist.

Wie verhalten sich hochsensible Kinder?

Kinder, die hochsensibel sind, nehmen ihre Umgebung viel detaillierter wahr.

Nicht bei allen Kindern wirkt sich die Hochsensibilität gleich aus.

Nicht bei allen Kindern sind alle Sinne im selben Ausmaß „betroffen“.

Manche Hochsensible sind besonders empfindlich bei Geräuschen und registrieren in ihrem Umfeld jeden noch so leisen Laut oder ertragen Musik nur ganz schlecht.

Manche Hochsensible sind hinsichtlich Gerüche und Geschmäcker sehr feinfühlig und vermeiden bestimmte Orte oder verweigern gewisse Speisen.

Raue Kleidung, zu enge Schals oder Rollkragen können für viele hochsensible Kinder unangenehm sein.

Auch das Sozialverhalten ist bei hochsensiblen Kindern unterschiedlich, auf jeden Fall sind diese Kinder sensibler.

Zum Beispiel kann es sein, dass sie in neuen Situationen skeptisch und zurückhaltend sind und/oder zunächst eher die Beobachterrolle einnehmen.

Viele hochsensible Kinder sind schüchtern und nehmen den ersten Kontakt zu fremden Personen selten auf und warten ab, bis sie angesprochen werden.

Hochsensible Kinder beschäftigen sich oftmals sehr gerne alleine und sind in Gruppenaktivitäten schneller überanstrengt.

Darüber hinaus spüren Hochsensible sehr genau, welche Stimmung, Energie – welche Vibes – es in einer Gruppe gibt und merken meist zuerst, wenn etwas nicht ganz stimmig ist.

Ebenso die körperliche Nähe zu anderen Personen kann für ein hochsensibles Kind schnell einengend sein.

Was viele Hochsensible eint, ist, dass sie sich über ein bestimmtes Thema unendlich viele Gedanken machen, wahrlich im Kreis denken.

Bei den Eltern oder anderen Bezugspersonen löst das mitunter Unsicherheit oder gar Unmut aus und sie verstehen oft nicht, wieso die Kinder das Thema nicht auf sich beruhen lassen können.

Reizüberflutung und Überforderung: wenn alles zu viel wird

All dies verunsichert Eltern oftmals, da sie merken, ihr Kind ist anders als andere Kinder.

Da sie sämtliche Reize in ihrer Umgebung viel intensiver wahrnehmen, sind die Kinder sehr schnell reizüberflutet.

Und überforderte Kinder werden in solchen Situationen nur noch empfindlicher.

Wenn dann zum Beispiel noch Durst oder Hunger dazukommen, werden anstrengende Momente für hochsensible Kinder meist unerträglich.

Doch woran liegt es, dass manche Kinder sensibler sind als andere?

Ihr Nervensystem ist empfindsamer und sie verfügen über keinen so effizienten Filter wie andere Personen, bei denen Eindrücke schnell mal spurenlos abprallen und vorrangig nützliche Informationen verarbeitet werden.

Bei hochsensiblen Kindern wandern sämtliche Reize mehr oder weniger ungefiltert ins Gehirn, wo sie sich sammeln und immer mehr werden.

Und das führt über kurz oder lang zu einer Überforderung des Gehirns und in Folge zu einer starken Reizüberflutung.

Wie äußert sich Reizüberflutung

Entweder werden Kinder, die mit einer Situation überfordert sind, auf einmal ruhig und ziehen sich gedanklich aus dem Szenario zurück oder es tritt genau das Gegenteil ein: die sonst oft eher ruhigen Kinder schmeißen komplett die Nerven, fangen an zu schreien, werden aggressiv und reagieren oft heftiger als andere Kinder in ähnlichen Situationen.

Genau diese Reaktionen sorgen im Umfeld zumindest für Verwunderung, oftmals leider für Unverständnis und es kommt zu einem Teufelskreis, da den Kindern gesagt wird, sie sollen sich nicht so benehmen und wieder beruhigen.

Doch gerade das gelingt hochsensiblen Kindern in diesen Momenten nicht mehr.

Ihr Gehirn ist derart überreizt, dass sie einerseits keinen klaren Gedanken mehr fassen können und andererseits keine Entscheidungen mehr treffen können.

Wenn sie obendrein als überempfindlich, Mimose oder Tyrann abgestempelt werden, verschlimmert das den Kreislauf nur noch weiter, da sich die Kinder erst recht unverstanden fühlen.

Auch psychosomatische Reaktionen treten bei Reizüberflutung bei manchen hochsensiblen Kindern auf und diese beklagen sich zum Beispiel über Kopf- oder Bauchschmerzen oder haben Schlafprobleme.

Die Supermacht deines Kindes

Jetzt weißt du sehr viel über Hochsensibilität bei Kindern und wie es sich (unter anderem belastend) auf dein Kind auswirken kann.

Aber Hochsensibilität hat unglaublich viele positive Seiten.

Es ist ein absolut wertvoller Wesenszug, der deinem Kind eine Superkraft verleiht.

Die (möglichen) Stärken (d)eines hochsensiblen Kindes:

  • hat eine unglaublich schnelle Auffassungsgabe
  • hat ein ausgezeichnetes Verständnis für komplexe Sachverhalte
  • löst Aufgaben sehr rasch
  • bemerkt viele Details
  • hat häufig sehr gute Schulleistungen
  • ist oftmals sehr kreativ
  • ist ein sehr intuitives Wesen
  • hat eine überdurchschnittliche Sinneswahrnehmung
  • besitzt ausgeprägter Humor
  • hat ein gutes Gefühl für Ironie
  • ist überdurchschnittlich empathisch
  • ist sehr rücksichtsvoll
  • hat einen hohen Gerechtigkeitssinn

All diese Charakterzüge treffen bestimmt auf viele Kinder zu und stellen isoliert betrachtet nichts Außergewöhnliches dar.

Aber die Kombination mit den oben erwähnten Eigenschaften macht es aus, dass hochsensible Kinder den Alltag anders erleben als andere Kinder.

Sie nehmen die Stimmung in einer Gruppe oder in ihrem Umfeld meist sehr eindeutig wahr und merken sofort, ob sie sich in einer Gruppe oder Situation wohl fühlen oder nicht.

Wenn dein Kind hochsensibel ist, gib ihm in einer neuen Umgebung unbedingt Zeit, sich zu orientieren und in seinem Tempo aus sich herauszukommen.

Druck, sich schnell einzubringen führt erst recht zu Rückzug und Verschlossenheit.

Sobald sich die Kinder aber wohlfühlen und sich öffnen, profitieren alle von ihrem positiven und liebevollen Charme und ihrer einfühlsamen Art.

Wie soll ich mit meinem hochsensiblen Kind umgehen?

Oft schaffen es Kinder nicht, sich aus für sie stressigen Situationen zu befreien und sind darin gefangen.

Das äußert sich, wie du oben gelesen hast, entweder in einem plötzlichen geistigen Rückzug und gedanklicher Abwesenheit oder schlägt ins Gegenteil aus und die Kinder „drehen völlig durch“.

Beides sind Warnzeichen, auf die du als Mama achten kannst.

All das mag für einen Außenstehenden so wirken, als würde das von einem Moment auf den anderen geschehen.

Doch das ist nicht der Fall.

Die Reizüberflutung nimmt in einer unangenehmen Situation immer mehr zu, bis sie irgendwann so hoch ist, dass das Kind sich nicht mehr selbst zu helfen weiß.

Wenn die Kinder (noch) nicht wissen, wie sie sich selbst stärken können oder von außen keine Unterstützung erhalten, sind in ihrer Überforderung mehr oder weniger gefangen.

Ab dem Moment nehmen sie einerseits weitere Reize von außen so gut wie nicht mehr war und können andererseits keine Entscheidungen mehr treffen, da ihr Gehirn und Körper quasi auf Notbetrieb geschaltet haben.

Oft wirkt für eine nicht hochsensible Person eine entsprechende Situation nicht überfordernd und es fehlt daher die Sensibilität, die Überforderung wahrzunehmen.

Die schnelllebige Gesellschaft, in der wir leben, mit all ihren Möglichkeiten nach Medienkonsum beeinflusst die Kinder obendrein.

Hochsensible Kinder brauchen im Vergleich zu anderen Kindern überdurchschnittlich viel Ruhe und Rückzugsmöglichkeit.

Und wie kann ich mein Kind nun tatsächlich unterstützen und ihm Wege zeigen, sich künftig selbst zu stärken?

Du bist die Mama und kennst dein Kind.

Vertraue dir selbst!

Du weißt am besten, was gut für dein Kind ist.

All meine Tipps sind vielleicht hilfreiche Anregungen für dich und ich freue mich, wenn dich der eine oder andere Punkt im Umgang mit deinem hochsensiblen Kind unterstützt.

Aber schlussendlich weißt du am besten, was deinem Kind guttut und wie du mit ihm gemeinsam einen guten Weg finden kannst, damit es sicher und stark durch seinen Alltag kommt.

In einer Stress-Situation:

  • Sobald du merkst, deinem Kind ist etwas zu viel, sorge für Ruhe und eventuell eine Rückzugsmöglichkeit
  • Ist dein Kind überfordert, kann es Entscheidungen tendenziell nicht mehr so gut treffen.

Überfordere es daher nicht mit weiteren Fragen wie „Möchtest du nun lieber dies oder jenes haben/tun, um zur Ruhe zu kommen?“.

Übernimm liebevoll die Führung und zeig deinem Kind ruhig und entspannt eine Möglichkeit, von der du glaubst, sie passt gut.

Ich weiß, das klingt nun etwas vage und vielleicht verunsichernd.

Aber du kennst dein Kind am besten, du weißt am ehesten, was deinem Kind gefällt und was es in einem solchen Moment braucht.

Ich glaub an dich.

Vertraue dir selbst.

Du bist eine wunderbare Mama.

  • Achte darauf, ob dein Kind ganz allein sein möchte oder du bei ihm bleiben sollst. Das wirst du an seinem Verhalten dir gegenüber schnell erkennen.
  • Eventuell möchtest du zumindest in der Nähe deines Kindes bleiben, um da zu sein, falls es dich oder etwas Anderes braucht.
  • Nutze eher deine Körpersprache und rede nur das Nötigste mit deinem Kind.

Im Alltag:

  • Beobachte dein Kind und versuche herauszufinden, in welchen Momenten dein Kind entspannt ist, wie die Situation rundherum ist und lerne es so noch besser kennen.
    Je besser du die Warnsignale erkennst und kennst, umso besser wirst du dein Kind dabei unterstützen können, wie es sich künftig selbst helfen und zur Ruhe bringen kann.
  • Wenn dein Kind alt genug ist, kannst du es außerdem fragen, was ihm für einen entspannten Alltag besonders wichtig ist und bei welcher Tätigkeit es sich besonders wohlfühlt.
    Mögliche Fragen können sein:
    • Womit beschäftigst du dich / spielst du am liebsten?
    • Bist du lieber alleine oder mit anderen Kindern beisammen?
    • Wann bist du am liebsten alleine?
    • Was stört dich am Beisammensein mit anderen Kindern?
    • Spielst du lieber mit Musik (oder anderen Gräuschen) im Hintergrund oder wenn es ruhig ist?
  • Im Alltag deines Kindes sollten sich aufregende, hektische Phasen mit entspannenden, ruhigen Phasen abwechseln.

Je mehr Hektik am Tag vorhanden ist, umso schwerer wird dein Kind abends beim Schlafenlegen zur Ruhe kommen.

So steigt das Risiko von (Ein)Schlafproblemen oder anderen Schwierigkeiten.

  • Sobald du merkst, dein Kind wirkt unruhig, versuche herauszufinden, woran es liegen könnte und vielleicht kommst du ihm entgegen, indem du ihm gewisse Entscheidungen abnimmst oder geplante Tätigkeiten vom Tagesplan streichst.
  • Rituale, Rituale, Rituale: je mehr gleiche Abläufe es im Alltag deines Kindes gibt, umso leichter findet es sich zurecht und umso entspannter ist es, weil es immer weiß, womit es rechnen kann und was als nächstes passiert.

Spontaneität ist da häufig weniger förderlich und hochsensible Kinder reagieren besonders auf kurzfristig ausgemachte Termine meist eher allergisch und gereizt.

  • Weniger ist mehr: oder eigentlich sollte ich sagen: am wenigsten ist mehr.

Je mehr Reize auf dein Kind einwirken, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass es in absehbarer Zeit gestresst oder überfordert ist.

Dazu zählt nicht nur Spielzeug, das auf Knopfdruck laute Geräusche von sich gibt.

Auch ein Zuviel an Spielzeug kann überfordernd sein.

Vor allem Musik, Radio, Tablet, TV, Handy,… sollte dein hochsensibles Kind nur in Maßen konsumieren.

  • Am allerwichtigsten ist wohl, dass du dein Kind so akzeptierst, wie es ist, aber da du dir offensichtlich viele Gedanken über das Wohl deines Kindes machst, wird das sicher weniger ein Thema sein 😊

Zu guter Letzt möchte ich festhalten:

Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern ein wertvoller Wesenszug.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie mühsam manche Situationen sein können und ich war ebenso dankbar und erleichtert, als ich herausgefunden habe, was an mir anders ist – und das alles ganz normal ist.

Möglicherweise spürst du ebenso eine große Erleichterung in dir, weil du endlich weißt, was hinter dem Verhalten deines Kindes steckt und du nun die Gewissheit hast, dass alles in Ordnung ist und du dir keine Sorgen machen musst.

Test: Ist mein Kind hochsensibel?

Möchtest du einen Test (mit deinem Kind) machen?

Auf diesen Seiten findest du einen Test, mit dem du weitere Anhaltspunkte bekommst, ob dein Kind hochsensibel ist.

Da diese Tests aber kein psychologisches Gutachten sind, sind sie dennoch etwas mit Vorsicht zu genießen.

Schlussendlich ist der Test aber auch nicht soo wichtig.

Es geht um dein Gefühl dahinter und das ist in den meisten Fällen ohnehin viel treffsicherer als jeder Test.

www.aurum-cordis.de

www.open-mind-akademie.de

Mehr zu hochsensiblen Kindern

Du möchtest dich noch weiter in dieses spannende Thema Hochsensibilität einlesen?

Schau in meiner >> Bücherliste vorbei, hier habe ich dir ein paar Bücher dazu verlinkt.

Ich wünsch dir viel Freude beim Lesen.

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